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Die Hofgeschichte

Die Obermühle ist eines der ältesten Anwesen im Dorf Tannheim. Früher führte man in jedem Haus einen Hausnamen. Oft kamen sie einem recht merkwürdig vor, zumal andere wiederum eine verständliche und durchaus begründete Namensgebung hatten. Somit ist der Name „Obermühle“ auf eine lange Entstehungsgeschichte zurückzuführen.

Urkundlich kann es nachgewiesen werden, das das Haus Ende des 16. Anfang des 17. Jahrhunderts gegründet worden ist. Ein intelligenter und vorausblickender Urahne hat den Vorbeifluß des Vilsbaches wirtschaftlich zu nutzen gewusst, indem er das Wasser durch eine „Furt“ näher am Haus vorbeileitete, um eine Mahl- und Sägemühle zu betreiben. Die war ungefähr im Jahre 1 700. Im einheimischen Kirchenbuch ist nachzulesen, dass zu Anfang des Bestehens dieses Hauses ein Johann Georg Baur gewohnt hat mit seiner Frau Anna Mayrin. Er zog dann nach Schattwald und auch alle seine Kinder wurden in Schattwald geboren. Ein Nachkomme dieses Baur-Geschlechtes, die alle überaus intelligent waren, wurde bis zum spanischen Königshof in das Haus y Arragon verschlagen und ist auch kirchenamtlich nachgewiesen.

Danach kam Martin Zobl, ein Junggeselle von der Brechermühle ( später Gaudenzmühle ); heute steht dort - an der Abzweigung nach Grän – das Sägewerk Lumpert. Er hatte die Gaudenzmühle von Adalbert Guem aus Nesselwängle gekauft, und seine Säge aus Tannheim, beim heutigen Sägerhof, nach dorthin verlegt. Martin Zobl war ein Bruder des Ferdinand Zobl. Danach kam das Anwesen, wahrscheinlich durch Heirat oder Erbschaft, an Peter Reichart, Sohn des Johann Reichart und seiner Frau Maria Logerin von Seifen. Er betrieb eine Mahl- und Sägemühle und auch die Landwirtschaft. Der Heimatort seiner Frau ist in der Nähe von Martinszell im Allgäu. Peter Reichart heiratete am 16.5.1768 Maria Magdalena Zoblin, Tochter des Ferdinand Zobl und der Rosalie Rökk von Brechersmühle.
Kinder: Johann Georg, geb 9.4.1769, Xaver, geb. 6.5.1770, Maria Anna, geb. 7.10.1782, Regina, geb. 25.8.1784, Josefa, 8.4.1786 und Rosalie, geb. 11.1.1788.

Xaver Reichart verheiratete sich am 26.4.1813 mit Maria Anna Rennin von Oberhöf, Haus Nr. 10 ( heute Haus Nr. 55 ). Kinder: Johann Donatus, geb. am 12.2.1814, Hilarius, geb. am 13.1.1815, Josefa Martina, geb. am 30.1.1817 und Maria Helena, geb. am 6.3.1818. Als Witwer verheiratete sich Xaver Reichart nochmals und zwar mit Maria Anna Lippin, Tochter des Johann Lipp und Juliane Riefin von Kappl.
Kinder: Franz Xaver, geb am 4.4.1826.

Johann Donatus Reichart aus der ersten Ehe heiratete 1839 Maria Anna Fisches von Kienzen 9. Kinder: Maria Anna, geb. am 18.4.1840, Viktoria, geb. am 1.3.1843, Ignaz, geb. am 21.8.1844, Martina, geb. am 20.7.1846 und Josefa, geb. am 18.3.1848.

Maria Anna Reichart verheiratete sich mit Fidel Baur von Berg 11. Kinder: Anna, geb. am 12.2.1886.

Die Tochter Anna Baur bekam auf dem Erbwege die Obermühle und verkaufte das Haus in Berg. Sie heiratete am 19.6.1922 Johann Zobl, geb. am 9.7. 1886, Sohn des Bernhard Zobl von Zöblen und der Marianna Fisches. Sie wohnten in Kienzen Haus Nr. 6 und auch die Kinder sind dort zur Welt gekommen. Kinder des Bernhard Zobl: Johann Zobl, geb. am 9.7.1886 und Josef Zobl. Kinder des Johann Zobl: Maria, geb. am 10.2.1926 und Anna, geb. am 16.2.1928.

1914 musste mein Urgroßvater in den 1. Weltkrieg nach Polen, Poemizl. Verwundet kam er ins Lazarett, dann nach Hause. Im Jahre 1923 wurde auf der Obermühle zum letzten Mal gesägt. 1933 starb seine Frau Anna und ließ ihn mit den beiden kleinen Kindern, fünf und sieben Jahre alt, zurück. Trotzdem wurde der Hof weiter bewirtschaftet; durch seine alleinige Arbeitskraft und die zeitweilige Hilfe der Nachbarn. Tante Martina half im Haus noch mit, soweit sie noch Kräfte hatte.

1936 kaufte mein Urgroßvater Haus Nr. 26 in Berg. 1938 erfolgte die erste Mechanisierung – ein Kramer Traktor. 1938 folgte ein Greiferaufzug für das Heu. 1939 kaufte mein Urgroßvater einen Anhäger – Gebr. Welger, Wolfenbüttel. Während der Kriegsjahre des 2. Weltkrieges half zeitweise ein Serbe vom Arbeitsdienst bei der schweren Feldarbeit; gemäht wurde von Hand.

Meine Großmutter Anna Zobl absolvierte nach der Volksschule Tannheim die Landeslehranstalt Imst, damals am Linser Hof. Am 18.9.1949 heiratete sie Karl Ried, geb. am 28.3.1913 aus Nesselwängle, Schumacher, Bergführer und Skilehrer. Kinder: Maria Elisabeth, geb. am 9.4. 1949 und Karl, geb. am 25.1.1953.

1950 heiratete ihre Schwester Maria den August Leutner aus Untergschwend, Sohn des Johann Leutner und seiner Frau Maria. Die Obermühle wurde von meiner Großmutter auf dem Erbwege ( durch Teilung ) übernommen, ihre Schwester Maria bekam das Haus in Berg.

Mein Großvater Karl Ried hat 1952 mit dem Umbau der Obermühle begonnen und war im Herbst 1969 damit fertig.

Am 19.12.1969 verunglückte mein Großvater auf tragische Weise mit dem Traktor beim Schneeräumen, als er rückwärts fahrend den Schnee vom Parkplatz gleich in den Bach (Vils) schob. Ein aus Stahl gefertigtes Schild, das er an der Hydraulik und der Ankerschiene des Traktors befestigt hatte, diente als Schneepflug. Die Landwirtschaft wurde von meiner Großmutter weiter betrieben und bis heute aufrecht erhalten.

Die Zahl der Gästebetten war von 1954 mit kleinem Anfang von vier bis 1969 auf dreißig angestiegen. Die ganze Arbeit in Haus und Stall wurde von meiner Großmutter überwiegend alleine bewältigt. Mein Onkel Karl Ried jun., der den Hof übernehmen sollte, verunglückte am 19.6.1976 tödlich mit dem Auto am Haldensee.

Seit Oktober 2006 bewirtschaftet Marco Ried mit seiner Frau Petra den Hof.